Von Daria Stratmann

New Work – Schein oder Sein?

KEINE FRAGE: An New Work kommt niemand vorbei. Es gibt New-Work-Blogs, New-Work-Communitys und New-Work-Veranstaltungen. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „New Work“ überhaupt?

Einige Unternehmen sprechen schon dann davon, wenn sie ihren Mitarbeitern Home-Office ermöglichen, andere setzen es mit Digitalisierung gleich. Bei näherer Betrachtung wird jedoch schnell klar: New Work ist mehr – nämlich eine Philosophie, die fundamentale Verhaltens- und Einstellungsänderungen voraussetzt.

Photo © Minh Pham on Unsplash

New Work ist keine Geschmacksfrage oder nur ein kurzzeitiger Trend – New Work ist die logische Antwort auf die sich verändernden Rahmenbedingungen, mit denen die Menschen in der heutigen Zeit konfrontiert sind.

Unternehmen tun gut daran, sich ernsthaft und ehrlich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um ihre Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. Das Interesse der Wirtschaft am Thema New Work ist riesig und unterschiedlichste Herangehensweisen und Konzepte werden erarbeitet und erprobt.

Das Problem: Was New Work den einzelnen Akteuren genau bedeutet, ist oft nicht erkennbar.

Was willst du wirklich,
wirklich tun?

Die ursprüngliche Idee zu New Work stammt aus den 1970er Jahren, von dem Philosophen Frithjof Bergmann. Die Grundidee ist einfach, denn im Zentrum stehen Fragen wie „Was willst du wirklich, wirklich tun?“ oder „Welche Arbeit erfüllt dich so sehr und stiftet dir so viel Sinn, dass du deinen Lebensunterhalt damit bestreiten möchtest?“

Schlagwörter bei Bergmann sind Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung. Schwieriger ist die Umsetzung der Philosophie. Denn sie bedeutet Veränderung von Arbeitsweisen und -abläufen, von der Auffassung der Arbeit an sich sowie ihrer Bedeutung für Individuen und die Gesellschaft.

Mit dieser beschriebenen Tiefe ist der Gedanke längst nicht in der Wirtschaft angekommen. Viele Unternehmen bedienen sich eher einer New-Work-Werkzeugkiste, um Arbeit effektiver, agiler und selbstorganisierter zu gestalten. Der Gedanke, Menschen durch Optimierung ihrer Arbeit mehr Lebensqualität zu verschaffen, bleibt jedoch oft außen vor oder wird eher verkauft als verkörpert. Fokussiert werden bisher Methoden zur Produktivitätssteigerung sowie die Implementierung von digitalen Neuerungen. Diese Bemühungen haben allerdings häufig nur kurzfristige Auswirkungen. Langfristig nachhaltige New-Work-Ansätze, die außerdem zur Unternehmensstrategie und -kultur passen, sind leider noch die Ausnahme.

Für den Wandel von der „Werkzeugkiste“ zur Philosophie hinter New Work braucht es Mut und Entschlossenheit. Ausprobieren, anders denken, offen sein für Neues, Verantwortung abgeben, aber auch übernehmen, besser werden wollen und durchhalten – all das gehört dazu, um New Work zu leben und erfolgreich zu etablieren. Der Prozess der Veränderung läuft dabei kontinuierlich weiter.

Es wäre schade, wenn New Work später einmal nur als Trend gesehen würde. Denn die Veränderungen, die damit angestoßen werden, sind richtig und wichtig für ein gesundes und erfolgreiches Zusammenspiel von Leben und Arbeit. Häufig wird das in der Praxis noch falsch verstanden und umgesetzt. Denn auch hübsche Open-Space-Offices mit Kickertisch und kostenlosem Obstkorb schützen nicht vor dem Burn-Out. Solche Maßnahmen sind eher als Symptome der oft viel zu kurz gedachten New-Work-Ansätze anzusehen.

Werkzeugkiste
statt Philosophie

Erfolg durch Sinn

Der Erfolg einer sinnvoll gelebten New-Work-Philosophie ist deutlich. Er zeichnet sich in steigender Motivation der Mitarbeiter aus, in einer erhöhten Produktivität und in besseren Arbeitsergebnissen. All das ermöglicht zudem, in Zukunft schneller auf Veränderungen des Marktes reagieren zu können.

Um das wertvollste Potenzial – qualifizierte und engagierte Mitarbeiter – für das Unternehmen gewinnen zu können, wird Sinnstiftung, gerade im Hinblick auf die nach Werteorientierung lechzende Generation Z, immer wichtiger. Lasst uns also mutig und entschlossen losgehen, ausprobieren und anders denken – und immer weitergehen in eine Richtung, die den Begriff New Work zu mehr Sein als Schein werden lässt.

Von Daria Stratmann

New Work – Schein oder Sein?

KEINE FRAGE: An New Work kommt niemand vorbei. Es gibt New-Work-Blogs, New-Work-Communitys und New-Work-Veranstaltungen. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „New Work“ überhaupt?

Einige Unternehmen sprechen schon dann davon, wenn sie ihren Mitarbeitern Home-Office ermöglichen, andere setzen es mit Digitalisierung gleich. Bei näherer Betrachtung wird jedoch schnell klar: New Work ist mehr – nämlich eine Philosophie, die fundamentale Verhaltens- und Einstellungsänderungen voraussetzt.

Photo © Minh Pham on Unsplash

New Work ist keine Geschmacksfrage oder nur ein kurzzeitiger Trend – New Work ist die logische Antwort auf die sich verändernden Rahmenbedingungen, mit denen die Menschen in der heutigen Zeit konfrontiert sind.

Unternehmen tun gut daran, sich ernsthaft und ehrlich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um ihre Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. Das Interesse der Wirtschaft am Thema New Work ist riesig und unterschiedlichste Herangehensweisen und Konzepte werden erarbeitet und erprobt.

Das Problem: Was New Work den einzelnen Akteuren genau bedeutet, ist oft nicht erkennbar.

Was willst du wirklich,
wirklich tun?

Die ursprüngliche Idee zu New Work stammt aus den 1970er Jahren, von dem Philosophen Frithjof Bergmann. Die Grundidee ist einfach, denn im Zentrum stehen Fragen wie „Was willst du wirklich, wirklich tun?“ oder „Welche Arbeit erfüllt dich so sehr und stiftet dir so viel Sinn, dass du deinen Lebensunterhalt damit bestreiten möchtest?“

Schlagwörter bei Bergmann sind Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung. Schwieriger ist die Umsetzung der Philosophie. Denn sie bedeutet Veränderung von Arbeitsweisen und -abläufen, von der Auffassung der Arbeit an sich sowie ihrer Bedeutung für Individuen und die Gesellschaft.

Werkzeugkiste
statt Philosophie

Mit dieser beschriebenen Tiefe ist der Gedanke längst nicht in der Wirtschaft angekommen. Viele Unternehmen bedienen sich eher einer New-Work-Werkzeugkiste, um Arbeit effektiver, agiler und selbstorganisierter zu gestalten. Der Gedanke, Menschen durch Optimierung ihrer Arbeit mehr Lebensqualität zu verschaffen, bleibt jedoch oft außen vor oder wird eher verkauft als verkörpert. Fokussiert werden bisher Methoden zur Produktivitätssteigerung sowie die Implementierung von digitalen Neuerungen. Diese Bemühungen haben allerdings häufig nur kurzfristige Auswirkungen. Langfristig nachhaltige New-Work-Ansätze, die außerdem zur Unternehmensstrategie und -kultur passen, sind leider noch die Ausnahme.

Für den Wandel von der „Werkzeugkiste“ zur Philosophie hinter New Work braucht es Mut und Entschlossenheit. Ausprobieren, anders denken, offen sein für Neues, Verantwortung abgeben, aber auch übernehmen, besser werden wollen und durchhalten – all das gehört dazu, um New Work zu leben und erfolgreich zu etablieren. Der Prozess der Veränderung läuft dabei kontinuierlich weiter.

Es wäre schade, wenn New Work später einmal nur als Trend gesehen würde. Denn die Veränderungen, die damit angestoßen werden, sind richtig und wichtig für ein gesundes und erfolgreiches Zusammenspiel von Leben und Arbeit. Häufig wird das in der Praxis noch falsch verstanden und umgesetzt. Denn auch hübsche Open-Space-Offices mit Kickertisch und kostenlosem Obstkorb schützen nicht vor dem Burn-Out. Solche Maßnahmen sind eher als Symptome der oft viel zu kurz gedachten New-Work-Ansätze anzusehen.

Erfolg durch Sinn

Der Erfolg einer sinnvoll gelebten New-Work-Philosophie ist deutlich. Er zeichnet sich in steigender Motivation der Mitarbeiter aus, in einer erhöhten Produktivität und in besseren Arbeitsergebnissen. All das ermöglicht zudem, in Zukunft schneller auf Veränderungen des Marktes reagieren zu können.

Um das wertvollste Potenzial – qualifizierte und engagierte Mitarbeiter – für das Unternehmen gewinnen zu können, wird Sinnstiftung, gerade im Hinblick auf die nach Werteorientierung lechzende Generation Z, immer wichtiger. Lasst uns also mutig und entschlossen losgehen, ausprobieren und anders denken – und immer weitergehen in eine Richtung, die den Begriff New Work zu mehr Sein als Schein werden lässt.