K(n)opfsache – Eine Kolumne von Werner Knopf

Sind Frauen bessere Chefs?

Schon die Frage ist genauso blöd wie überflüssig und trotzdem wird sie dauernd gestellt.

Stattdessen lieber eine Frage an die Väter unter Ihnen: Bestimmen Sie, was Ihr Kind isst, was es im Fernsehen sieht und auf welche Schule es geht?

Sehen Sie. Frauen sind die besseren Entscheider, sonst würden ja die Männer solche Fragen entscheiden. So einfach könnte man die Frage beantworten. Aber das wäre zu kurz gesprungen. Schlauer ist es, sich die Entwicklung anzuschauen. Wo standen Frauen früher, wo stehen sie heute und, daraus hochgerechnet, wo werden sie in Zukunft stehen?

Sind Frauen bessere Chefs?

Schon die Frage ist genauso blöd wie überflüssig und trotzdem wird sie dauernd gestellt.

Stattdessen lieber eine Frage an die Väter unter Ihnen: Bestimmen Sie, was Ihr Kind isst, was es im Fernsehen sieht und auf welche Schule es geht?

Sehen Sie. Frauen sind die besseren Entscheider, sonst würden ja die Männer solche Fragen entscheiden. So einfach könnte man die Frage beantworten. Aber das wäre zu kurz gesprungen. Schlauer ist es, sich die Entwicklung anzuschauen. Wo standen Frauen früher, wo stehen sie heute und, daraus hochgerechnet, wo werden sie in Zukunft stehen?

Werfen wir mal einen Blick zurück.

Kennen Sie das Buch „Als die Musik in Deutschland spielte?“

Ein Buch aus der Zeit von Johann Sebastian Bach. Klingt doch schon mal gut, oder? Schon damals vor zweihundert Jahren gab es Wikipedia, es hieß allerdings noch Zedlers Lexikon. Hier wurde alles Wissen der damaligen Zeit zusammengetragen.
Und da steht: „‚Die Schönheit des Frauenzimmers ist eine äusserliche wohlgefällige Gestalt und höchstangenehme Disposition des weiblichen Leibes‘ […] Sie hänge von Zahl, Größe, Proportion und Farbe der Glieder ab, die dem weiblichen Geschlecht von Gott und der Natur ‚mitgetheilet, auch durch eigene Politur und angewendete künstliche Verbesserung immer mehr und mehr erhöhet wird.‘ Unterstützt wird die Schönheit durch Haarlocken, und ‚ein guter Geruch von allerhand Specereyen, Gewürzen und andern niedlich ruechenden Delikatessen‘ tut ein Übriges. Zu meiden sind dagegen Pfeffer, denn der ‚machet geel, geil und garstig. Honig, Pfefferkuchen und Milch machen Flecken, zumahl zur Monatszeit genossen. Der Tranck vermag viel in Verwandlung der Farbe‘, man ‚siehet leichtlich, was eine Wein- und Bierschwester und Brannteweins-Base ist‘. […] Das Wichtigste aber ist die innere Schönheit: Gottesfurcht, Keuschheit, Bescheidenheit und Unterordnung, besonders die Unterordnung dem Manne gegenüber.“

Wenn Ihnen dieses Zitat zu alt ist, hier ein Beispiel aus der Schweiz: Es waren zwei Volksabstimmungen nötig, um Frauen das Wahlrecht zu ermöglichen. Das ist knapp 50 Jahre her und der Kanton Appenzell Innerrhoden (welch ein passender Namen) erlaubt Frauen das Wählen erst seit 1991.

Wenn Sie übrigens heute das Stichwort „Frauen“ bei Wikipedia eingeben, erscheint die Antwort „Diese Seite existiert nicht“. Warum? Weil es nicht mehr notwendig ist, die Rolle der Frauen zu beschreiben? Oder weil die Rollen der Frauen so vielfältig sind, dass sie schlicht unbeschreiblich sind? Oder weil die Zeit der Männer einfach vorbei ist?

Männer sind es gewohnt, gegen Männer zu kämpfen. Im Sandkasten, auf dem Sportplatz und im Beruf. Und immer ist einer besser als man selber. Das ist schlimm, aber man hat sich daran gewöhnt. Dass aber nun auch die Frauen besser sind als man selber, ist schon hart. Dann bleibt dem Manne nur noch eins, was er den Frauen voraus hat: der Bart. Vielleicht sieht man deshalb so viele Unrasierte.

Nur ma’ so.