Von Melanie Franzen

Wie

digital

lebst

und arbeitest du?

Sebastian Backes sitzt auf einem Tisch

Wer bin ich? Was mache ich?
Was zeichnet mich aus?

Mein Name ist Sebastian Backes.

Ich bin 35 Jahre alt, seit 2011 selbstständig und habe in der Fitness- und Gesundheitsbranche das Unternehmen Luxfit gegründet.
Hierbei versuche ich, dem Endkunden umsetzbare Lösungen im Bereich des persönlichen Gesundheitsmanagements zu bieten. Die Idee für Luxfit bestand darin, ein innovatives und ganzheitliches Konzept auf den Markt zu bringen und sich von gegenwärtigen Konzepten deutlich abzuheben.

Die Herausforderung war, individuell und doch zeitlich flexibel zu arbeiten. Der Kunde wird von einem persönlichen Trainer in regelmäßigen Terminen in einem festen Betreuungszyklus geführt, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit, sein auf ihn abgestimmtes Trainingsprogramm zu jeder Tageszeit und unter der Aufsicht von qualifiziertem Personal in den Standorten von Luxfit absolvieren zu können.

Die inhaltlichen Schwerpunkte waren von vornherein klar gesetzt: Training (Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit) und Ernährung. Das Konzept setzt auf kurze, intensive Trainingseinheiten, da diese messbare und nachhaltige Ergebnisse für die Zielgruppe bringen.
Bei Luxfit zählt Effizienz und Individualität. Gegenwärtig der Ausbildungsstandards vieler Anbieter in der Branche beschäftige ich ausschließlich hochqualifiziertes Personal mit einem fundierten Studium in der Fitness- und Gesundheitsbranche.

Ein Basisabschluss als Fitnessökonom oder Gesundheitsmanager wird vorausgesetzt und durch einen umfangreichen Onboarding Prozess sowie regelmäßige interne Schulungsmodule der Luxfit Academy ergänzt, um stets einen hohen Qualitätsstandard sowie ein up to date aller Trainer zu garantieren.

Seit knapp 10 Jahren bin ich Unternehmer und lebe es jeden Tag. Ich bin sehr zielstrebig und ehrgeizig.
Bei meiner täglichen Arbeit versuche ich nicht das Rad neu zu erfinden, jedoch appliziere ich oft neue Trends anderer Branchen an die meine und versuche dadurch einen First Mover Effekt gegenüber Mitbewerbern zu erlangen.

Sebastian Backes sitzt auf einem Tisch

Dieser Aspekt der Digitalisierung beeinflusst meine Arbeit am meisten:

So wie die meisten Branchen betrifft das Thema der Digitalisierung auch die Fitness- und Gesundheitsbranche maßgeblich.
Im Bereich des Trainings finden vermehrt Chipkarten gesteuerte Trainingszirkel Anwendung, welche die Geräte in Bezug auf die Anforderungen der Kunden automatisch einstellen; einmal individuell auf den Kunden eingestellt, laufen sämtliche weiteren Prozesse automatisiert ab, ohne dass ein Trainer noch tatsächlich von Nöten ist.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Ernährung. Kunden können die Nahrungsmittel, welche sie täglich konsumieren, tracken. Somit wird im Hintergrund immer dokumentiet, wieviele Kcal und Makronährstoffe man verzehrt bzw. ob man sich in einem Kalorienüberschuss oder Defizit befindet.

Inwieweit wirkt sich dies auf meine Arbeit aus?

Das Luxfit Trainingskonzept konzentriert sich wie bereits beschrieben auf das Wesentliche. „Back to the Roots“ lautet die Maxime. D.h., der Kunde soll sich im Training mit den Übungen und Bewegungsmustern und somit mit dem, was er tut, auseinandersetzen. Bei seinen Übungen, welche überwiegend mehrdimensional und ohne großes Equipment stattfinden, muss der Kunde sich mit den Bewegungsabläufen befassen und die Übungen auf seinen Körper wirken lassen. Um diesen Hergang sukzessive zu erlernen, wird ein hochqualifizierter und professioneller Trainer benötigt. Von daher verzichte ich
bei meiner Arbeit in Bezug auf das auszuführende Training auf digitale Unterstützungsmaßnahmen. Diese sind zwar aus wirtschaftlicher Sicht oftmals sehr lukrativ und einfach in den Studioprozess zu implementieren, jedoch macht man sich gleichzeitig sehr vergleichbar und verliert die DNA seiner eigenen Marke.

Ich persönlich integriere digitale Prozesse jedoch sehr stark als unterstützende Maßnahme, um das tägliche Leben für Kunden und Trainer zu vereinfachen: Wir nutzen beispielsweise eine Onlineplattform mit Schnittstelle zu unserem Terminbuch, damit Kunden jederzeit sehen können, wann welcher Trainer anwesend bzw. verfügbar ist, um sich je nach Bedarf einen entsprechenden Termin reservieren zu können.
Auch die Trainingspläne können unsere Kunden via Applikation einsehen und einzelne Trainingseinheiten können hierüber absolviert werden. Dies ist sowohl inhouse im Studio als auch von extern aus dem Büro, von zu Hause aus oder aus dem Hotel sowie Urlaub möglich. Gleichzeitig bekommt der Trainer eine Art summary mit Details zur absolvierten Trainingseinheit angezeigt.
Ebenfalls erstellen und adaptieren die Trainer die Trainingspläne in Echtzeit in der jeweiligen Trainingssession mit dem Kunden über die entsprechende Software auf dem Tablet.

In Bezug auf sämtliche Prozesse im Bereich der Administration (Zahlungsmanagement, Mahnwesen etc.) sowie dem Marketing und dem Sales versuchen wir immer up to Date zu sein und nutzen sämtliche digitale Tools zur professionellen Arbeit. Hierzu zählt beispielsweise das Interessententracking sowie das Leadmanagement im Bereich des Sales als auch das
Schalten gezielter Onlinekampagnen in den sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, LinkedIn…) durch meinen online Marketing Manager.
Ebenfalls nutzen wir verschiedene Maßnahmen in unserem CRM System, um sowohl ehemalige Mitglieder als auch Interessenten mit Content zu bespielen.

Letztendlich ist zu sagen, dass die Digitalisierung im Bereich des Onlinemarketings meine Arbeit am meisten beeinflusst. Über 80Prozent meiner Interessenten generiere ich über Ads im Onlinebereich. Diese werden über programmierte Landingpages mit entsprechender „call to Action“ in unserem Leadfunnel aufgenommen und durch das Sales Team in den Studios terminiert, ehe sie dort im besten Fall zu langfristigen Kunden generiert werden.

Das könnte die Digitalisierung für mich in Zukunft bringen:

Die digitale Revolution des Arbeitsmarktes allgemein darf nicht unterschätzt werden und ich sehe hier ganz klare Vorteile für mich und mein Unternehmen.
Die Digitalisierung kann mir in Zukunft in vielerlei Hinsicht gewisse Prozesse und Strukturen im Unternehmen erleichtern. Jedoch sind einige Mitarbeiter für das Thema mehr affin als andere.

Von daher ist es mir sehr wichtig, behutsam mit gewissen Implementierungsprozessen vorzugehen. Gibt es in großen Unternehmen bereits Digital Transformation Coaches, ist dies in kleinen und mittelständigen Unternehmen sicherlich nicht ganz so einfach. Dennoch eine sehr wichtige Aufgabe, mit der behutsam umzugehen ist, damit einige Mitarbeiter nicht überfordert werden und schließlich demotiviert werden. Da eine solche Person auch als zusätzlicher Ansprechpartner für das Thema Digitalisierung dienen soll und zudem nicht aus der Führungsebene stammen sollte, ist bei der Vergabe dieser Position alle Achtung geboten. Ich sehe im digitalen Wandel viele Möglichkeiten, gewisse Arbeitsprozesse verstärkt nach den sozialen Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten. Die Digitalisierung vereinfacht in vielerlei Hinsicht die Teamarbeit und ermöglicht es, flachere Hierarchien einzurühren.

Das geht meiner Meinung nach durch die Digitalisierung verloren:

Diverse Kommunikationsebenen im beruflichen sowie im privaten Alltag gehen verloren.
In meinem Berufsalltag sehe ich vermehrt, dass gute Mitarbeiter und deren Fachkompetenz durch digitale Prozesse teilweise vollständig ersetzt werden, was ich persönlich sehr schade finde.

Gleichzeitig bietet es denjenigen, die den Fokus auf die Dienstleistung durch ihre Mitarbeiter legen, sich einen klare Abgrenzung zu schaffen und sich ggf. neu zu positionieren.

So digital bin ich privat:

As digital as fuck!

App, App und App… Kilometerverbrauch via App checken, Standheizung (Auto) via App steuern, Überweisungen (privat und geschäftlich) via App, Einkäufe, Reservierungen und Buchungen von Flügen, Hotels und Mietwagen, Flüge mit Meilen upgraden via App, Nutrition, Cardio Tracking via App, Wetter, Windprognose (Wind- und Kitesurfen) via App u.v.m.

Das möchte ich den Menschen mit auf den Weg geben:

Vorsicht vor Verfremdung.

Zwischenmenschliche Beziehungen nicht unnötig digitalisieren.

Eine persönliche Meinung und Stellungnahme sollte generell persönlich ausgesprochen werden können und digitale Medien sollten nicht als Puffer genutzt werden.

Vielen Dank, Sebastian.