Von Jannik Tuinte

Der Vernunftbegriff in der Philosophie: Aristoteles

UNSERE TITELIKONE ARISTOTELES (384–322 v. Chr.) ist einer der bedeutendsten Denker der Antike und Vordenker der Vernunft. Ohne Aristoteles und seine Vorgänger Sokrates und Platon hätte die Idee, Konflikte mit rationalen Argumenten statt mit Gewalt zu lösen, wohl in weiter Ferne gelegen. Aber bereits zu jener Zeit zeigte sich, dass allein die Idee des vernünftigen Denkens nicht immer die Früchte trägt, die sich der jeweilige Denker erhofft.

So führte beispielsweise Sokrates’ vermeintlich respektloses Verhalten gegenüber den Athener Autoritäten dazu, dass man ihn unter dem Vorwand der Missachtung der Götter und Verführung der Jugend in den Freitod zwang.

Und auch Aristoteles dürfte von seinem berühmtesten Schüler, Alexander dem Großen, wohl wenig begeistert gewesen sein. Denn ebenjener Alexander der Große bevorzugte statt des ihn gelehrten rationalen Arguments bekanntermaßen eher die grausame Gewalt, um seine Machtposition auszubauen. Das Weltreich, das er so eroberte, zerfiel jedoch rasch nach seinem Tod – mangels nachhaltiger Strukturen. Das Beispiel Alexanders des Großen zeigt also nur zu gut, dass die Abwendung von der Vernunft selten der Weg zum langfristigen Erfolg ist.

Der Mensch ist von Natur
aus als vernunftbegabtes
Lebewesen veranlagt

Aristoteles’ Thesen zu vernunftorientiertem Denken wirken aber glücklicherweise bis heute nach: Demnach ist der Mensch von Natur aus als vernunftbegabtes Lebewesen veranlagt, das in Gemeinschaft leben will, um das bestmögliche Leben führen zu können.

Dass Menschen in einer Gemeinschaft verankert sein wollen und nach Sinn suchen, ist aus heutiger Sicht eigentlich nicht neu. Doch werden diese menschlichen Grundbedürfnisse in der Unternehmensführung immer wieder unterschätzt, obwohl sie dieser Tage wieder hochaktuell sind. Denn erstaunlicherweise streben gerade die sich in virtuellen Welten tummelnden Digital Natives wieder stärker nach Sinn und Gemeinschaft. Die Abkehr von einer den Menschen als Humankapital versachlichenden Denkweise ist also dringend notwendig, wenn man die junge Generation Z für sich gewinnen will.

Von Jannik Tuinte

Der Vernunftbegriff in der Philosophie: Aristoteles

UNSERE TITELIKONE ARISTOTELES (384–322 v. Chr.) ist einer der bedeutendsten Denker der Antike und Vordenker der Vernunft. Ohne Aristoteles und seine Vorgänger Sokrates und Platon hätte die Idee, Konflikte mit rationalen Argumenten statt mit Gewalt zu lösen, wohl in weiter Ferne gelegen. Aber bereits zu jener Zeit zeigte sich, dass allein die Idee des vernünftigen Denkens nicht immer die Früchte trägt, die sich der jeweilige Denker erhofft.

So führte beispielsweise Sokrates’ vermeintlich respektloses Verhalten gegenüber den Athener Autoritäten dazu, dass man ihn unter dem Vorwand der Missachtung der Götter und Verführung der Jugend in den Freitod zwang.

Und auch Aristoteles dürfte von seinem berühmtesten Schüler, Alexander dem Großen, wohl wenig begeistert gewesen sein. Denn ebenjener Alexander der Große bevorzugte statt des ihn gelehrten rationalen Arguments bekanntermaßen eher die grausame Gewalt, um seine Machtposition auszubauen. Das Weltreich, das er so eroberte, zerfiel jedoch rasch nach seinem Tod – mangels nachhaltiger Strukturen. Das Beispiel Alexanders des Großen zeigt also nur zu gut, dass die Abwendung von der Vernunft selten der Weg zum langfristigen Erfolg ist.

Der Mensch ist von Natur
aus als vernunftbegabtes
Lebewesen veranlagt

Aristoteles’ Thesen zu vernunftorientiertem Denken wirken aber glücklicherweise bis heute nach: Demnach ist der Mensch von Natur aus als vernunftbegabtes Lebewesen veranlagt, das in Gemeinschaft leben will, um das bestmögliche Leben führen zu können.

Dass Menschen in einer Gemeinschaft verankert sein wollen und nach Sinn suchen, ist aus heutiger Sicht eigentlich nicht neu. Doch werden diese menschlichen Grundbedürfnisse in der Unternehmensführung immer wieder unterschätzt, obwohl sie dieser Tage wieder hochaktuell sind. Denn erstaunlicherweise streben gerade die sich in virtuellen Welten tummelnden Digital Natives wieder stärker nach Sinn und Gemeinschaft. Die Abkehr von einer den Menschen als Humankapital versachlichenden Denkweise ist also dringend notwendig, wenn man die junge Generation Z für sich gewinnen will.